BUND Kreisgruppe Speyer

Auwald-Weg

Der Auwald-Weg informiert über das vielfältige und empfindliche Ökosystem des Auwaldes in Speyer und seine Bewohner. Die Idee geht auf die Initiative der städtischen Politik und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Rheinland-Pfalz – Kreisgruppe Speyer – und des Naturschutzbeirates der Stadt Speyer zurück. Das Projekt wurde von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz und der Umweltlotterie BINGO gefördert.

Der Auwaldweg bei outdooractive.com

Flyer Auwaldweg

Schutz des Auwaldes

Als im Frühjahr 2014 die Forstverwaltung das Forsteinrichtungswerk für die Jahre 2015 bis 2025 vorlegte, waren die Naturschutzverbände alarmiert. Man wollte den südlichen Speyerer Auwald in den kommenden 10 Jahren bewirtschaften wie bisher, ohne die Pläne der oberen Naturschutzbehörde in Neustadt zu berücksichtigen. Es kam sogar noch schlimmer. Der "obere und untere Hechenich" ca. 35 Hektar Auwald, den der Stadtrat wegen seiner hohen Wertigkeit 2009 zum Schutzgebiet erklärt hatte, sollte seinen Schutzstatus verlieren.

Die BUND-Kreisgruppe organisierte daraufhin viele Waldführungen und Infoveranstaltungen, darunter zwei Führungen für Stadträte/innen und eine Führung für Umweltministerin Frau Höfken. Gerade durch die Begehungen vor Ort, an denen auch viele Vertreter fast aller Parteien teilnahmen, konnte sich jeder ein eigenes Bild vom Zustand des Speyere Auwaldes machen.

So war in den letzten Jahrzehnten durch intensive Bewirtschaftung des Forstes aus einem in großen Teilen noch naturnahem Hartholzauenwald ein Wirtschaftswald entstanden, der so aufgelichtet worden war, dass sich die Riesengoldrute hektarweit verbreitete. Dadurch wurden typische Auwaldpflanzen wie Bärlauch, Maiglöckchen, Buschwindröschen, Einbeere usw. großflächig zurückgedrängt.

Man förderte einseitig die Esche, die heute mehr als ein Drittel aller Bäume des Auwaldes ausmacht. Als Folge des Eschentriebsterbens wird sie vermutlich aber in weiten Teilen ausfallen. Durch den Einsatz schwerer Fahrzeuge bei warmem und feuchtem Winterwetter wurde der Boden massiv verdichtet. In Nachbargemeinden gab es sogar Kahlschläge, die man nun auch auf Speyerer Gelände befürchtet.

Das größte Problem für den Naturschutz war, dass der Forst alleine über die Art der Bewirtschaftung bestimmte, ohne auf die Forderungen der oberen Naturschutzbehörde oder der Naturschutzverbände einzugehen.

Dass der Stadtrat nun die letzte Entscheidung über die Behandlung des Auwaldes einfordert, ist ein großes Glück. So müssen in den kommenden 10 Jahren sämtliche Maßnahmen im Beirat für Naturschutz und im Umweltausschuss vorgestellt und beraten werden. Dadurch ist gewährleistet, dass von insgesamt 150 Hektar Speyerer Auwald jene 45 Hektar, auf denen die besonders wertvollen mehr als 100-jährigen Eichen wachsen, erhalten bleiben. Dieser Auwald ist ein Kleinod und von außerordentlicher Qualität und man muss schon weit fahren, um einen ähnlich guten Hartholzauenbestand zu finden. Der "obere und untere Hechenich" bleibt ebenfalls geschützt.

Der Forst übernimmt weiterhin die Verkehrssicherheitspflicht. Auch wird man sich in den Gremien über Maßnahmen verständigen, die eine Verbesserung für den Auwald bedeuten. Deshalb hofft der BUND, dass man gemeinsam mit dem Forst zukünftig das Beste für den Auwald erreichen wird.

Der Stadtrat hat sich einstimmig für die Erhaltung und Verbesserung des Speyerer Auwaldes ausgesprochen. Dafür sei den Stadträten/innen sehr gedankt- im Besonderen Dr. Gottfried Jung, der sich im Vorfeld der Entscheidung außerordentlich engagiert hat.

Der BUND wird in nächster Zeit immer wieder Führungen und Vogelstimmenwanderungen im Auwald anbieten. Interessierte können sich dann selbst davon überzeugen, welch herrliches Stück Natur wir hier in Speyer besitzen. 

Insektenfreundliche Mahd am Rheindamm

Dank gelungener Gespräche mit verschiedenen Verantwortlichen konnte ab 2019 eine besonders insektenfreundliche Mahd am Rheindamm vereinbart werden.

Darüber berichtete auch die Rheinpfalz https://www.rheinpfalz.de/lokal/speyer/artikel/aus-fuer-tabula-rasa-methode-am-deich/

Gewinner der Schutzmaßnahme

BUND nimmt Stellung zur geplanten Deponieerweiterung

„Flotzgrün neu bewerten!“

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz lehnt die Erweiterung der Deponie Flotzgrün entschieden ab. Er hat im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für den Abschnitt 8 der BASF-Deponie als anerkannter Naturschutzverband eine entsprechend kritische Stellungnahme abgegeben. „Heutzutage wäre die Genehmigung einer Deponie in einem so sensiblen Bereich umgeben vom Rhein undenkbar“, ist Roland Kirsch, Bezirksbeauftragter im BUND Landesvorstand, überzeugt. Deshalb könne der BUND auch nicht nachvollziehen, dass die Deponie nun auch noch erweitert werden solle - vor allem vor dem Hintergrund der bestehenden Probleme mit den vorhandenen Altlasten. Kirsch erläutert: „Giftige Stoffe aus der Deponie gelangen ins Grundwasser und gefährden so das Trinkwasser der Region. Deshalb muss die Sicherung der Altlasten oberste Priorität haben. Wir gehen davon aus, dass die in der Vergangenheit abgelagerten giftigen Abfälle ausgebaggert und abtransportiert werden müssen. Wenn die Deponie erweitert wird und zusätzliche Abfälle eingelagert werden, ist das nicht mehr möglich.“

In seiner Stellungnahme fordert der BUND vor allem unabhängige Gutachten zu den Sachverhalten, insbesondere zu den Risiken der abgelagerten Abfälle. Hierfür müssten sowohl die BASF als auch die Behörden alle vorhandenen Unterlagen offen legen. Sollte dennoch nicht zu klären sein, welche Ablagerungen sich im Altdeponiebereich befinden und welche Gefahren von diesem Altlasten ausgehen, müsse ein Erkundungskonzept erstellt und eine Erkundung durchgeführt werden. Außerdem müssten die Grundwasserhorizonte um die Deponie herum umfassend auf Schadstoffe untersucht werden. Die Schadstoffausbreitung müsse über ein Strömungsmodell berechnet werden, um so die Gefährdung der Umgebung einschätzen zu können. Die Verantwortung für die Beauftragung der Gutachten sieht der BUND bei der SGD Süd, als zuständiger Behörde. „Die SGD muss sicher stellen, dass wirtschaftliche Interessen des Deponiebetreibers bei der Risikobewertung keine Rolle spielen“, fordert Kirsch. 

Führungen

Kenner des Auwaldes wie Roland Kirsch oder Hermann Steegmüller organisieren gerne eine Führung für Gruppen, Interessierte oder Vereine im Auwald. Kontaktieren Sie uns bei Interesse: Kontakt

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